Ein Freundebuch von Kindern für Kinder

Früher hatte ich zu Freundebüchern gar kein Verhältnis, außer dass ich ein KLEIN WENIG genervt davon war: Da lag ein Stapel dieser Freundebücher auf unserem Tisch, mit Fragen, die für ein Kind absolut uninteressant sind. "Was willst du denn mal werden?" zum Beispiel, das ist doch echt aus dem letzten Jahrhundert und welches Kind findet das denn wirklich wichtig?

Seltsame Fragen zum Einen und Alles zum Schreiben, vielleicht noch ein Feld, in das das Kind etwas malen kann...Ihr ahnt es und Ihr kennt es wahrscheinlich auch: An wem bleibt das Ausfüllen hängen? Genau: An den ELTERN!

 

Dann kam meine fünfjährige Tochter zu uns ins Büro und wünschte sich auch ein Freundebuch. Naja, dann war ja klar was zu tun war: Wir entwickeln eins. Und zwar zum Ausmalen, damit die Kinder es endlich mal selbst gestalten können und nicht schon nach den ersten Fragen die Lust verlieren.

Als erstes ging es ums Thema: Meine Tochter wusste genau was sie will: "Die vier Jahreszeiten!" Wow, wie cool ist das denn, mein kreatives Herz schlug höher! 

"Und was willst du denn von Deinen Freunden wissen?" Jetzt wurde es spannend. Zuerst beschlossen wir die Standardfragen wie Augen- und Haarfarbe , Geburtstag und Lieblingstier. Dann kamen die Kracher: Lieblingspflanze (sehr schön, jedes Kind findet Pflanzen und Natur toll), Lieblingsspielplatz (jaa, der natürliche Lebensraum aller Kindergartenkinder), Lieblingsessen (ihh, Rosenkohl geht gar nicht) und die Lieblingsgeschichte (genau: Die Helden der Kinder begleiten sie ja Tag für Tag!). 

Mit einer fünfjährigen Konzepterin an unserer Seite war das Thema also fix und wir fingen fieberhaft an zu arbeiten: zeichnen, digitalisieren, Farben festlegen, layouten. Es sollte auch schnell gehen, da das Kindergartenjahr fast vorbei war und viele Freunde meiner Tochter in die Schule kommen würden.

 

Der erste Entwurf war tatsächlich nach paar Tagen durch, Phase zwei konnte beginnen:

Der Test im Kindergarten! Würde das Buch den kritischen Augen und Ansprüchen von vier- bis sechsjährigen Kindern genügen? Was würden  andere Eltern dazu sagen und was die Erzieher*innen? Meine Sorge war unbegründet: Die Themen, die Farben und das Gesamtkonzept wurde von allen drei Parteien abgesegnet, nur eine Frage wurde noch eingefügt, da vor allem den Jungs eins noch wichtig war: das -Tataa-: Lieblingsfahrzeug! 

Schwupps, nach ein paar Änderungen war das Buch fertig, innerhalb von einer Woche! Krass und ich war auch noch vollkommen zufrieden damit, da ich wusste: die Kinder finden es gut! Also ab in den Druck damit!

 

Phase Nummer drei: Der Alltagstest:

Das Buch lag fertig gedruckt bei uns auf dem Tisch, meine Tochter war glücklich und super stolz, dass sie an dem Freundebuch mitgewirkt hatte.

Schnell fanden sich Tester in ganz Deutschland, die sich bereiterklärten, unser Buch auf Herz- und Nieren zu testen, egal ob Junge oder Mädchen, vier- oder sechsjährig. Das Feedback war umwerfend, denn unser Konzept (und das von meiner Tochter) ging auf:

Die Kinder hatten wirklich Lust, sich in dem Buch zu verewigen; ihren Freunden zu malen, was sie gut und wichtig finden und konnten ihrem Drang zum "ich will das selber machen" voll und ganz nachgehen. Da flogen also die Buntstifte übers Papier. 

Die Eltern waren genauso happy: Das Ausfüllen der Freundebücher blieb nicht mehr an ihnen hängen und sie mussten ihre Kinder nicht mehr nerven: "Was soll ich denn da jetzt reinschreiben??? Jetzt bleib doch mal hier! Das sind doch Deine Freunde, jetzt sag doch mal!"... Entspannung im Alltag und eine Sache weniger, die für Familien anstrengend sein kann. Wow, wir hatten also ein Problem gelöst und zusätzlich noch eine WinWin-Situation geschaffen!

Ein tolles Gefühl! 

 

Und jedesmal, wenn meine Tochter ihr Freundebuch ausgefüllt zurückbekommt, ist nicht nur sie, sondern auch ich total gespannt was die Kinder gemalt haben.

Weil es von den Kindern kommt; weil sie sich mit ihren Mitteln ausdrücken und ihrer Fantasie einfach freien Lauf lassen.

Und auch wenn  sich Freundschaften durch Schuleintritt oder andere Umstände auflösen: das Freundebuch und die ganz persönlichen Bilder bleiben meiner Tochter und all den anderen Kindern, die ein Freundebuch von uns ausmalen. Von Kindern für Kinder eben!

 

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